Warum ich gegründet habe – und was ich für Unternehmen im Saarland verändern will
Vom Gabelstapler zum Code-Editor: Ein persönlicher Einblick, warum digitale Lösungen oft unnötig kompliziert sind und wie wir mit Klartext und Handschlag-Qualität antreten, das für saarländische Betriebe zu ändern.

Warum ich gegründet habe – und was ich für Unternehmen im Saarland verändern will
Es ist Montag, kurz vor sechs. Der Kaffee in der Tasse ist noch heiß, der Scanner in meiner Hand aber kalt. Ich stehe im Lager bei Fresenius in St. Wendel. Draußen wird es langsam hell, drinnen blinken die Lichter der Gabelstapler. Ich drücke den Knopf am Scanner. Nichts passiert. "Verbindungsfehler". Ich seufze, lege den Scanner beiseite, greife zum Klemmbrett und fange an, die Nummern von Hand aufzuschreiben.
Später am Vormittag: Ich muss einen Frachtbrief erstellen. Das SAP-System lädt. Und lädt. Und lädt. In der Zeit hätte ich den LKW von Hand beladen können.
Das war mein Alltag. Jahrelang. Ich habe bei Delwo Metall in Neunkirchen meine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik gemacht. Ich war bei Fresenius "Springer" – Warenausgang, Pforte, Kommissionierung. Ich kenne jeden Winkel eines Lagers und jedes Piepsen eines Gabelstaplers.
Und ich kenne die Frustration.
Die Frustration, wenn man arbeiten will, aber die Technik einen nicht lässt. Wenn man weiß, dass es eigentlich einfacher gehen müsste, aber man mit Systemen kämpft, die sich anfühlen wie aus dem letzten Jahrhundert.
Der Moment, in dem es "Klick" gemacht hat
Viele Tech-Gründer erzählen Geschichten von Garagen im Silicon Valley oder Elite-Unis. Meine Geschichte beginnt zwischen Paletten und Hochregalen im Saarland.
Ich bin kein Akademiker. Ich habe keinen Master in Informatik. Ich habe einen Staplerschein und einen Kranschein. Und ich bin stolz darauf. Denn genau das ist mein unfairer Vorteil.
Ich weiß, was "Handschlag-Qualität" bedeutet. Wenn man im Saarland sagt: "Ich kümmer' mich drum", dann macht man das. Dann versteckt man sich nicht hinter Ticketsystemen oder Callcentern in Übersee. Dann löst man das Problem.
Aber in der digitalen Welt vermisse ich diese Haltung oft.
Unternehmer werden bombardiert mit Fachbegriffen: "Cloud-Native", "Microservices", "Omnichannel-Strategy". Agenturen verkaufen Webseiten für fünfstellige Beträge, die dann niemand bedienen kann. Software-Häuser installieren Systeme, für die man erst mal drei Wochen Schulung braucht, um eine Rechnung zu schreiben.
Das hat mich wütend gemacht. Warum muss das so kompliziert sein? Warum kann Software nicht so zuverlässig sein wie mein alter Linde-Stapler? Einsteigen, Zündschlüssel drehen, arbeiten.
Vom Autodidakten zur digitalen Manufaktur
Irgendwann habe ich beschlossen: Ich meckere nicht mehr, ich mache es selbst. Ich habe angefangen, mir nachts das Programmieren beizubringen. Ich habe mich in die Tiefen von Web-Entwicklung und Künstlicher Intelligenz eingegraben, als die meisten "KI" noch für Science-Fiction hielten.
Ich habe gemerkt: Die Technik ist längst da. Wir haben heute Möglichkeiten, von denen wir vor fünf Jahren nur geträumt haben. Wir können Webseiten bauen, die sich wie echte Apps anfühlen und auch im Funkloch auf der Baustelle funktionieren. Wir können KI nutzen, um E-Mails automatisch zu sortieren und Angebote vorzubereiten.
Aber diese Technik kommt nicht im Mittelstand an. Sie bleibt in den Konzernen hängen oder wird so kompliziert verpackt, dass sie keiner nutzen will.
Genau deshalb habe ich Fuchsware Studio gegründet.
Wir sind keine klassische Werbeagentur. Wir hübschen nicht nur Dinge auf. Wir sind eine digitale Manufaktur.
In einer Manufaktur wird noch echtes Handwerk betrieben. Da wird präzise gearbeitet, da wird auf Details geachtet, da steht Qualität vor Quantität. Genau so arbeiten wir mit Code.
Was wir anders machen: Klartext statt Konzern-Sprech
Ich habe mir geschworen: Wenn ich eine Firma gründe, dann mache ich es anders. Bei Fuchsware Studio gelten Regeln, die ich mir als Kunde selbst gewünscht hätte:
1. Wir sprechen Deutsch, kein Tech-Bullshit
Wenn du mit mir redest, wirst du keine Begriffe wie "Frontend", "Backend" oder "Deployment-Pipeline" hören, wenn du sie nicht hören willst. Wir reden über Ansicht und Maschinenraum. Wir reden über Technischen Betrieb statt Hosting. Wir reden über Auffindbarkeit statt SEO. Mein Ziel ist, dass du genau verstehst, was wir tun. Du sollst die Hoheit über deine Firma behalten, auch digital.
2. Echte Probleme, echte Lösungen
Wir verkaufen dir keine App, nur weil Apps gerade "in" sind. Wir schauen uns an, wo es bei dir klemmt.
- Du findest keine Mitarbeiter? Dann liegt es vielleicht daran, dass deine Bewerbungsprozesse noch per Post laufen.
- Deine Marge schmilzt? Vielleicht, weil deine Mitarbeiter jeden Tag eine Stunde mit Papierkram verschwenden.
- Niemand findet dich? Vielleicht, weil dein Google-Eintrag verwaist ist.
Wir bauen Werkzeuge, die diese Probleme lösen. Messbar.
3. Kein Ergebnis, keine Rechnung
Das ist mein radikalstes Versprechen. Ich kenne das Misstrauen gegenüber "IT-Fuzzis". Viele haben schon viel Geld verbrannt für Software, die am Ende niemand nutzt. Deshalb drehen wir den Spieß um. Wir nennen es die Zufriedenheits-Garantie. Wir gehen in Vorleistung. Wir bauen einen Prototypen. Du testest ihn. Dein Team testet ihn. Und erst wenn ihr sagt: "Ja, das hilft uns wirklich", erst dann machen wir weiter. Das Risiko liegt zu 100% bei uns. Das können wir nur machen, weil wir wissen, dass wir gut sind.
Ein Blick in die Zukunft: Das Saarland 4.0
Ich liebe meine Heimat. Ich bin am 13.01.1998 in Neunkirchen geboren und hier aufgewachsen. Ich will nicht nach Berlin oder München. Ich will hier im Saarland etwas bewegen.
Unsere Region hat eine unglaubliche Substanz. Wir haben Handwerker, die Weltklasse sind. Industriebetriebe, die spezialisierte Nischen besetzen. Gastronomen mit Herzblut. Aber viele dieser Betriebe drohen den digitalen Anschluss zu verlieren. Nicht, weil sie schlecht arbeiten, sondern weil sie digital unsichtbar sind oder in ineffizienten Prozessen ersticken.
Mein Ziel mit Fuchsware Studio ist es, diese Lücke zu schließen. Ich will, dass der Dachdecker aus Ottweiler die gleichen digitalen Möglichkeiten hat wie ein Startup aus Berlin – aber ohne den ganzen Overhead und das Chichi.
Ich will Systeme bauen, die mitdenken. Stell dir vor, dein Büro ruft dich proaktiv an: "Chef, der Müller hat sich krankgemeldet, soll ich die Termine verschieben?" Stell dir vor, deine Webseite ist nicht nur eine Visitenkarte, sondern dein bester Verkäufer, der rund um die Uhr Fragen beantwortet und Termine vereinbart.
Einladung zur Zusammenarbeit
Wenn du das hier liest und denkst: "Der Junge könnte recht haben", dann lad mich ein. Ich komme vorbei. Nicht im Anzug, sondern so, wie ich bin. Wir trinken einen Kaffee (oder ein Ur-Pils), und du zeigst mir deinen Betrieb. Zeig mir das Lager, zeig mir die Werkstatt, zeig mir den Papierstapel, der dich nervt.
Vielleicht finden wir keine Lösung. Das kann sein. Dann hast du nichts verloren außer einer halben Stunde Zeit. Aber vielleicht – ganz vielleicht – finden wir einen Weg, wie wir deinen Betrieb gemeinsam auf das nächste Level heben. Mit digitalem Werkzeug, aber mit saarländischer Seele.
Melde dich bei mir. Ich freue mich drauf.
Jan Malter Gründer, Fuchsware Studio (Ehemals Lagerlogistiker, jetzt Digital-Architekt)
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